Rezension: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

von Genki Kawamura

 

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/513Iwc8t4%2BL._SX309_BO1,204,203,200_.jpg 

Informationen zum Buch:


Titel: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
Original: Sekai kara neko ga kieta nara
Autor: Genki Kawamura
Verlag: C. Bertelsmann
Einband: Gebunden
Preis: 18,00 € 
Taschenbuch: 192 Seiten
Erscheinungsdatum: 23. April 2018
ISBN-13: 978-3570103357

Inhalt:

Stell dir vor, du erfährst, dass du morgen sterben wirst. 
Stell dir vor, der Teufel erscheint in der Gestalt deines Spigelbildes und bietet dir einen Pakt an, durch den du länger leben könntest.
Stell dir vor, dass du für jeden zusätzlichen Tag, den du leben könntest; allerdings einen Gegenstand von der Welt verschwinden lassen müsstest.
Was würdest du tun?



Meine Meinung:

Tiefgründig, poetisch - eine gute Lektüre.

Als der junge Briefträger erfährt, dass er Krebs im Endstadion und nicht mehr lange zu leben hat, ist er entsetzt. Er ist doch noch so jung und was hatte er bisher denn schon erreicht? Eins steht fest, das was er braucht und nicht hat, ist Zeit.
Da kommt ihm der Teufel, der aussieht wie eine Kopie von sich selbst, gerade recht. Und als dieser ihm auch noch einen Pakt anbietet, der ihm Zeit schenkt, muss er nicht lange überlegen. Die Bedingung ist jedoch, für jeden zusätzlichen Tag Leben, einen Gegenstand von der Welt verschwinden zu lassen.
Anfangs denkt sich der junge Mann nicht viel dabei, schließlich leben wir in einer Welt voller Überfluss, oder etwa nicht? 
Doch erst mit dem Verschwinden dieser scheinbar banalen Sachen, stellt er fest, was das Leben eigentlich lebenswert macht...  

Man muss schon echt zugeben, wer kommt denn auf so eine Idee, sich so etwas zu überlegen? Großes Kompliment erstmal an den Autor, das Buch ist sehr originell und gut umgesetzt.

Der Einstieg hat mich kurz etwas stutzen lassen, da dieser direkt an den Leser gerichtet wird. Jedoch kommt man in die Handlung selbst sehr gut rein, da der Schreibstil absolut flüssig, verständlich und glaubhaft ist. 
Der junge Briefträger erschien mir sofort authentisch, denn er reagierte mit voller Bandbreite, gefühlvoll (auch wenn man das von einem Mann vielleicht nicht unbedingt so erwartet) und eben glaubwürdig. Das verdeutlichte die leichte, freie Sprache und das Aufzeigen seiner Gedanken.

Die Handlung selbst hat mich sehr an Goethes "Faust" erinnert, wobei der Kern hier natürlich ein ganz anderer ist. Es werden tiefgründige Fragen über eigentlich für uns so alltäglich und banale Sachen gestellt, die sehr zum Nachdenken anregen. 
Die Folgen des gegenwärtigen Wunsches "lange zu leben" und "Großes zu erreichen", werden schonungslos ehrlich aufgezeigt, sodass schließlich auch der Protagonist selbst ins Zweifeln gerät. Doch ist er wirklich bereit, für diese "einfachen Dinge" sein Leben aufzugeben?

Mein Ratschlag, erfahrt es selbst und lasst euch zum Bewusstwerden und Nachdenken, eures eigenen Lebens verführen.


Fazit:
Das Buch stellt nicht nur einen authentischen jungen Menschen und sein Erlebenis dar, sondern darüber hinaus geht es in die Tiefe des Lebens und ergründet, was es wirklich lebenswert macht.
Ein Buch dessen Zielgruppe nicht begrenzt ist und jedem zu empfehlen, der bereit ist, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. 


💜💜💜💜💜
(5 Sterne)
 


Beliebte Posts